SharpMailserver SHARPMAILSERVER
Offizielles Admin- & Architektur-Handbuch · v1.2.4

Dokumentation, Standardwerte & Best Practices

Jede Einstellung im SharpMailserver Admin-Cockpit verständlich erklärt: Was bewirkt der Parameter technisch, wie lautet der ausgelieferte Standardwert und welche Einstellung empfiehlt sich im produktiven Unternehmensbetrieb?

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Kapitel 01

Systemarchitektur, Hot-Reload & Firewall-Port-Matrix

SharpMailserver bündelt ESMTP, IMAP4rev2, JMAP, CalDAV/CardDAV, WBXML Mobile Push, ManageSieve, Webmail PWA und GoBD-Archivierung in einem einzigen nativen Prozess (~40 MB Leerlauf-RAM). Nahezu alle Betriebsparameter im Admin-Cockpit (/admin/) werden im laufenden Betrieb ohne Dienst-Neustart übernommen und im Cluster automatisch synchronisiert.

Praxis-Tipp & Architektur-Hinweis: Öffne in der Firewall nur die wirklich benötigten Ports. Für reinen TLS-Betrieb genügen die 5 Pflicht-Ports 25, 443, 465, 587 und 993. Port 143 (IMAP STARTTLS) sollte nur aktiviert werden, wenn ältere interne Geräte kein implizites TLS auf Port 993 beherrschen.
Einstellung / Ort Was macht diese Option? Standardwert Best Practice im Betrieb
ServerHostName (#pNetwork) Öffentlicher FQDN des Mailservers für ESMTP-Banner (220), ausgehendes EHLO/HELO, Autodiscover und TLS-Prüfungen. Sofortiger 0-ms-Hot-Reload. mail.<DefaultDomain> Immer auf einen dedizierten Subdomain-Host wie mail.firma.de setzen, der exakt mit dem öffentlichen Reverse-DNS-(PTR)-Eintrag übereinstimmt.
TCP 25 (ESMTP MX Inbound & Outbound) Server-zu-Server-Empfang von fremden Mailservern (MX) sowie direkter ausgehender Versand an Ziel-MX-Server inklusive STARTTLS und BDAT/CHUNKING. Aktiv (Pflicht) / Enabled Eingehend und ausgehend frei schalten (keine Hoster-Sperre). Niemals Benutzer-Passwort-Logins ohne TLS über Port 25 erlauben (standardmäßig gesperrt).
TCP 443 (HTTPS: Webmail, Admin, Push, DAV) Bedient SharpMail Webmail PWA (/mail/), Admin-Cockpit (/admin/), JMAP, CalDAV/CardDAV (/dav/), Mobile Push (/Microsoft-Server-ActiveSync) und Sende-API. Aktiv (Pflicht) / Enabled Direkt über Kestrel mit Let's Encrypt betreiben oder hinter einem Reverse-Proxy/HAProxy mit X-Forwarded-For bzw. PROXY-Protokoll terminieren.
TCP 465 (SMTPS) & TCP 587 (Submission) Authentifizierte Postausgangs-Einlieferung für E-Mail-Programme, Smartphones, Scanner und Multifunktionsgeräte (465 implizites TLS, 587 STARTTLS). Beide aktiv / Both enabled Für neue Clients bevorzugt Port 465 (implizites TLS ab dem ersten Byte) nutzen; Port 587 für Drucker/ERP-Systeme mit STARTTLS parallel offen halten.
TCP 993 (IMAPS) & TCP 143 (IMAP) IMAP4rev2-Postfachzugriff inklusive Echtzeit-IDLE-Push (< 5 ms) und Apple-Notizen-Synchronisation (993 implizites TLS, 143 STARTTLS). 993 aktiv, 143 optional Port 993 zwingend offen halten; Port 143 im öffentlichen Internet nach Möglichkeit geschlossen lassen, um Klartext-Fehlkonfigurationen auszuschließen.
TCP 80 (ACME HTTP-01) & TCP 4190 (Sieve) Port 80 beantwortet automatische Let's-Encrypt-HTTP-01-Challenges (/.well-known/acme-challenge/*); Port 4190 erlaubt entfernte Sieve-Regelpflege. Optional / Optional Port 80 offen halten, sofern Let's Encrypt direkt auf dem Mailserver genutzt wird. Port 4190 nur öffnen, wenn Desktop-Clients Sieve direkt pflegen.
Kapitel 02

DNS-Perfektion (10/10), Reverse-DNS (FCrDNS) & Wildcard-DNS-Fallen

Große Provider wie Gmail, Microsoft 365, t-online und GMX/Web.de bewerten die Zustellbarkeit maßgeblich anhand konsistenter DNS-Einträge. Im Bereich TLS & DNS-Berater (#pTls) generiert SharpMailserver für jede angelegte Domain kopierfertige Einträge und prüft sie live gegen öffentliche DNS-Resolver.

Praxis-Tipp & Architektur-Hinweis: Achtung bei Wildcard-DNS (*.firma.de -> Webserver-IP): Ein Wildcard-Eintrag lenkt nicht explizit angelegte Subdomains wie autodiscover.firma.de oder mta-sts.firma.de unbemerkt auf den Webserver statt auf den Mailserver! Lege für autodiscover, autoconfig und mail immer explizite A/AAAA- oder CNAME-Einträge an.
Einstellung / Ort Was macht diese Option? Standardwert Best Practice im Betrieb
Reverse-DNS (PTR) & FCrDNS Ordnet deiner öffentlichen IPv4- (und IPv6-) Adresse beim Server-Hoster exakt den ServerHostName zu (Forward-Confirmed Reverse DNS). Beim Hoster zu setzen / ISP panel PTR muss exakt auf mail.firma.de zeigen und mail.firma.de wieder zurück auf dieselbe IP (A/AAAA). Ohne FCrDNS lehnen t-online und GMX Mails sofort ab.
SPF TXT (v=spf1) Legt fest, welche IPv4-/IPv6-Adressen und MX-Hosts im Namen deiner Domain E-Mails versenden dürfen (RFC 7208). v=spf1 mx a -all Explizite Server-IPs aufnehmen (z. B. v=spf1 mx ip4:198.51.100.10 ip6:2001:db8::10 -all) und maximal 10 DNS-Lookups einhalten. Mit -all scharf schalten.
Dual-DKIM (RSA-2048 + Ed25519) Kryptografische Signatur ausgehender E-Mails im Header DKIM-Signature, damit Empfänger Authentizität und Unversehrtheit prüfen können. RSA-2048 (s1) aktiv Im Domain-Editor 1-Klick-DKIM erzeugen: RSA-2048 für maximale Kompatibilität mit allen Altsystemen, optional ergänzt um Ed25519 (RFC 8463).
DMARC (_dmarc.<domain>) Verbindet SPF und DKIM (Alignment) und weist Empfänger an, wie mit gefälschten Absendern verfahren wird, inklusive XML-Berichten an SharpMailserver. v=DMARC1; p=quarantine; ... In Woche 1-2 mit p=quarantine und rua=mailto:dmarc@firma.de starten, Berichte im Cockpit prüfen und danach auf p=reject umstellen.
Autodiscover, Autoconfig & DNS-SRV Ermöglicht Outlook, Apple Mail, Thunderbird und Smartphones die vollautomatische Kontoeinrichtung allein anhand der E-Mail-Adresse. Auf Port 443 integriert Expliziten CNAME autodiscover.<domain> -> mail.<domain> sowie SRV-Einträge (_imaps._tcp, _submission._tcp, _caldavs._tcp, _carddavs._tcp) anlegen.
Kapitel 03

Echtes Dual-Stack IPv6 ([::]) & Happy-Eyeballs MX-Zustellung

Ab Version 1.2.4 arbeiten sämtliche TCP-Listener (ESMTP 25/465/587, IMAP 143/993 und ManageSieve 4190) sowie Kestrel standardmäßig im echten Dual-Stack-Modus ([::] mit DualMode = true). Ein einziger Socket akzeptiert gleichzeitig natives IPv6 und IPv4, wobei IPv4-mapped Adressen (::ffff:x.x.x.x) sauber für SPF, Greylisting und Logs normalisiert werden.

Praxis-Tipp & Architektur-Hinweis: Wichtigste IPv6-Goldregel für Mailserver: Aktiviere einen AAAA-Eintrag für mail.firma.de erst dann, wenn beim Hoster auch der IPv6-Reverse-DNS-(PTR)-Eintrag exakt auf mail.firma.de gesetzt ist und deine IPv6-Adresse im SPF-Record (ip6:...) steht! Gmail prüft IPv6-PTRs extrem strikt.
Einstellung / Ort Was macht diese Option? Standardwert Best Practice im Betrieb
BindAddress (Smtp / Imap / ManageSieve) Bestimmt die lokale IP-Bindung der Protokoll-Listener. Werte wie ::, [::], 0.0.0.0 oder * aktivieren automatisch Dual-Stack (IPv6 + IPv4). :: (Dual-Stack IPv6 + IPv4) Auf dem Standardwert :: belassen. Nur in speziellen Multi-IP-Setups auf eine einzelne dedizierte Server-IP festlegen.
Ausgehendes Happy-Eyeballs MX Sortiert aufgelöste Ziel-MX-IPs intelligent nach Adressfamilie und wechselt bei IPv6-Routing-Störungen innerhalb von Sekundenbruchteilen auf IPv4. Automatisch aktiv / Auto Stelle sicher, dass auf dem Host bei vorhandenem IPv6-Interface auch der IPv6-PTR und das ausgehende Firewall-Regelwerk für TCP 25 (IPv6) gepflegt sind.
IPv6 /64 Subnetz-Greylisting & Rate-Limit Fasst rotierende IPv6-Privacy-/Server-Adressen desselben /64-Subnetz-Präfixes logisch zusammen (analog zu /24 bei IPv4). /64 Präfix (IPv6) · /24 (IPv4) Standard beibehalten: Große Cloud-Sender wechseln oft zwischen IPv6-Adressen eines /64-Netzes und bestehen Greylisting dadurch ohne Verzögerung.
Kapitel 04

pfSense, OPNsense, HAProxy & SSL-Gateways richtig betreiben

In vielen Unternehmensnetzen laufen Webserver und SharpMailserver in getrennten VLANs oder VMs hinter derselben Firewall (z. B. pfSense, OPNsense, Sophos) oder hinter einem zentralen SSL-/HAProxy-Gateway. Fehlt dort NAT-Reflection (Hairpin-NAT), verwirft die Firewall Pakete, die von innen an die eigene öffentliche WAN-IP adressiert werden.

Praxis-Tipp & Architektur-Hinweis: Warum zeigte ein Port-Check früher 'Blocked / Timeout'? Wenn der Prüf-Endpunkt hinter derselben pfSense stand wie der Mailserver, lief der Check in eine Hairpin-NAT-Blockade, obwohl aus dem echten Internet (Mobilfunk / Kundennetze) alle Ports offen waren. SharpMailserver v1.2.4 erkennt dieses Muster automatisch und kompensiert es transparent.
Einstellung / Ort Was macht diese Option? Standardwert Best Practice im Betrieb
pfSense / OPNsense: Split-DNS (DNS Resolver) Löst mail.firma.de für interne Clients und Nachbar-Server direkt auf die interne LAN/DMZ-IP (z. B. 172.16.0.55) statt auf die öffentliche WAN-IP auf. Im Gateway konfigurieren Empfohlene Königslösung! Unter Services -> DNS Resolver -> Host Overrides mail.firma.de auf die interne Mailserver-IP setzen (maximale Geschwindigkeit, echte Quell-IPs).
pfSense: NAT Reflection (Pure NAT) Erlaubt internen Geräten den Zugriff auf Port-Weiterleitungen über die öffentliche WAN-IP, falls kein Split-DNS genutzt wird. Deaktiviert in pfSense Falls interne Geräte die WAN-IP ansprechen müssen: System -> Advanced -> Firewall & NAT -> NAT Reflection mode = Pure NAT + Automatic outbound NAT for Reflection aktivieren.
SSL-Gateway / Reverse-Proxy für Port 443 Terminiert HTTPS zentral am Gateway (z. B. HAProxy / Nginx / IIS ARR) und leitet Webmail, Admin, DAV und ActiveSync an SharpMailserver weiter. Direkt oder Reverse-Proxy Bei ActiveSync-Langzeit-Pings Proxy-Read-Timeout auf mindestens 900 Sekunden erhöhen und X-Forwarded-For / X-Forwarded-Proto sauber durchreichen.
Smtp/Imap:EnableProxyProtocol (HAProxy v2) Liest bei vorgeschaltetem TCP-Loadbalancer (HAProxy) die echte öffentliche Client-IP aus dem PROXY-Protokoll-v1/v2-Header aus. false (Direktes NAT) Bei klassischem pfSense Port-Forwarding (DNAT) UNBEDINGT auf false lassen (sonst schlagen Verbindungen fehl)! Nur aktivieren, wenn HAProxy send-proxy-v2 sendet.
Kapitel 05

Smartphone- & iPhone-Onboarding per QR, WhatsApp & 1-Klick Admin-Einladung

Neue Mitarbeiter sollen ihr Postfach samt Kalender, Kontakten und Notizen in unter 30 Sekunden einrichten können, ohne Servernamen, Ports oder ihr Hauptpasswort abzutippen. SharpMailserver erzeugt dafür kryptografisch PKCS#7/CMS-signierte Apple-.mobileconfig-Profile mit einem isolierten Geräte-App-Passwort.

Praxis-Tipp & Architektur-Hinweis: Warum ein eigener Setup-Link (/onboarding/setup/{token}) für WhatsApp & Teams entscheidend ist: Messenger rufen versendete Links im Hintergrund vorab ab, um ein Vorschaubild zu laden. Ein klassischer Einmal-Download-Link wäre dadurch bereits entwertet, bevor der Nutzer klickt! Die SharpMailserver-Setup-Seite ignoriert Bot-/HEAD-Anfragen, maskiert Zugangsdaten für Crawler und leitet aus In-App-Browsern sauber an Safari weiter.
Einstellung / Ort Was macht diese Option? Standardwert Best Practice im Betrieb
Admin: Smartphone einrichten (#pUsers) Erzeugt direkt aus der Benutzerliste, im Konto-Editor oder unmittelbar nach dem Anlegen eines neuen Kontos einen 24h-Setup-Link für diesen Benutzer. 24 Stunden gültig / 24h TTL Ideal für das Onboarding neuer Mitarbeiter: Link mit 1 Klick per WhatsApp teilen, kopieren oder direkt als Einladungs-E-Mail senden lassen.
Profil-Modus: Exchange Push vs. IMAP + DAV Auf der Setup-Seite kann der Nutzer zwischen All-in-One Push (EAS-kompatibel inkl. Notizen/Erinnerungen) und Standard IMAP + CalDAV/CardDAV wählen. Push-Kombi-Profil empfohlen Auf iPhone und iPad ist das Push-Kombi-Profil besonders komfortabel (ein einziger Schalter in iOS für Mail, Kalender, Kontakte, Notizen & Erinnerungen).
Isoliertes Geräte-App-Passwort Jedes erzeugte Onboarding-Profil erhält automatisch ein eigenes zufälliges App-Passwort statt des Haupt-Login-Passworts. Automatisch pro Gerät Geht ein Diensthandy verloren, widerrufst du im Konto-Editor lediglich dieses eine App-Passwort; alle anderen Geräte und 2FA bleiben unberührt.
Download-Toleranz & Safari-Handoff Erlaubt dem echten Endgerät bis zu 6 Profil-Abrufe innerhalb des 24h-Fensters, damit der Wechsel vom WhatsApp-In-App-Browser zu Safari reibungslos klappt. Max. 6 Abrufe / 24h TTL Auf iOS muss das Profil in Safari geladen und anschließend unter Einstellungen -> Allgemein -> VPN & Geräteverwaltung bestätigt werden.
Kapitel 06

SMTP-Queue, Retry-Zeitplan, ISP-Throttling, Smart-Host & Live-MX-Tester

Die ausgehende Zustell-Engine löst MX-Records parallel auf, prüft MTA-STS sowie DANE-TLSA-Einträge, signiert Nachrichten per DKIM und steuert Wiederholungsversuche bei temporären 4xx-Antworten vollautomatisch. Im Bereich Warteschlange & Routing (#pSmtpQueue) überwachst du alle Nachrichten live und kannst Ziel-Domains vorab testen.

Praxis-Tipp & Architektur-Hinweis: Nutze den integrierten Outbound-MX, STARTTLS & DANE Live-Tester (#pSmtpQueue) bei Zustellproblemen an einzelne Geschäftspartner: Er führt einen echten, zerstörungsfreien Verbindungs-, EHLO- und TLS-Zertifikats-Test bis zum fremden MX durch, ohne eine E-Mail abzusenden.
Einstellung / Ort Was macht diese Option? Standardwert Best Practice im Betrieb
RetryScheduleMinutes Kommagetrennte Wartezeiten in Minuten zwischen Zustellversuchen, wenn ein Zielserver temporär mit 4xx (z. B. Greylisting oder volles Postfach) antwortet. 5, 15, 60, 240, 720, 1440 Standard beibehalten (~41 Stunden Gesamtfenster): Der erste Retry nach 5 Minuten überwindet fremdes Greylisting schnell, spätere Stufen überbrücken Wartungsfenster.
OutboundWorkerConcurrency Maximale Anzahl gleichzeitiger ausgehender SMTP-Zustell-Threads über alle Ziel-Domains hinweg. 4 Worker 4 bis 8 für kleine und mittlere Unternehmen; bei hohem Transaktions- oder Rechnungsaufkommen schrittweise auf 12 bis 24 erhöhen.
MaxConnectionsPerMxIp & RatePerMinute Begrenzt parallele Verbindungen und Nachrichten pro Minute an denselben Ziel-ISP (z. B. Gmail, Microsoft 365, t-online), um 421-Sperren zu vermeiden. 2 Verbindungen · 60/Min. Neue Server-IPs in den ersten 2 Wochen konservativ betreiben (max. 2 Verbindungen, 30-60 Mails/Min.), um eine saubere IP-Reputation aufzubauen.
Globaler Smart-Host & Domain-Routen Leitet entweder den gesamten ausgehenden Verkehr über ein Relay (z. B. Hoster-Relay bei gesperrtem Port 25) oder einzelne Domains gezielt an interne Systeme. Direkter MX-Versand (leer) Direkten MX-Versand nutzen, sofern Port 25 frei und PTR sauber ist (volle DANE-Kontrolle). Smart-Host nur bei Cloud-VMs mit Port-25-Sperre aktivieren.
Kapitel 07

SpamGuard, Smart Greylisting, DNSBL, FTRL-ML & ClamAV Antivirus

Die mehrstufige Eingangs-Pipeline kombiniert Protokoll-Vorprüfungen (SPF, DKIM, DMARC, FCrDNS, DNSBL, Smart Greylisting) mit struktureller MIME-Heuristik, einem selbstlernenden Online-FTRL-Klassifikator (pro Mandant über Benutzer-Verschiebungen in/aus Junk trainiert) und optionalem ClamAV-Echtzeit-Virenscan.

Praxis-Tipp & Architektur-Hinweis: Keine Angst vor E-Mail-Verlust durch Fehlalarme: Alles zwischen JunkThreshold (4,5) und RejectThreshold (9,0) wird niemals gelöscht, sondern sauber mit Header X-Spam-Status versehen im Junk-Ordner zugestellt. Mit dem interaktiven Spam-Analyzer (#pSpam) kannst du jede .eml-Nachricht jederzeit nachrechnen.
Einstellung / Ort Was macht diese Option? Standardwert Best Practice im Betrieb
JunkThreshold & RejectThreshold (#pSpam) Ab JunkThreshold landet eine E-Mail im Junk-Ordner; ab RejectThreshold wird sie bereits im SMTP-Dialog mit 550 5.7.1 abgewiesen. Junk: 4.5 · Reject: 9.0 4,5 / 9,0 ist die ideale Balance. Senke RejectThreshold niemals unter 7,5, damit legitime Newsletter mit unsauberem HTML höchstens im Junk landen.
SubjectPrefix ([SPAM]) Stellt erkannten Junk-Nachrichten optional ein sichtbares Präfix im Betreff voran (hilfreich für reine POP3- oder einfache Weiterleitungs-Ziele). Deaktiviert (Ordner-Routing) Bei IMAP, Webmail und Mobile Push ausgeschaltet lassen, da E-Mails sauber im Junk-Ordner liegen und der Originalbetreff beim Verschieben in den Posteingang sauber bleibt.
Smart Greylisting (GreylistingEnabled) Bittet unbekannte Kombinationen aus Sender-Netz (/24 bzw. /64), Absender und Empfänger beim allerersten Kontakt um einen kurzen Wiederholungsversuch (451). Aktiv · 240 s Wartezeit Unbedingt aktiviert lassen! Blockiert über 85 % aller Einweg-Spam-Bots vor dem Datentransfer, während SPF/DKIM-verifizierte Absender sofort ohne Wartezeit passieren.
DNSBL-Zonen & DnsblScore Prüft die einliefernde Server-IP gegen Echtzeit-Sperrlisten. Ein Treffer addiert DnsblScore auf den Gesamt-Spamwert statt blind hart abzulehnen. zen.spamhaus.org, bl.spamcop.net (3.5) Wichtig bei Spamhaus: Dein Server muss einen eigenen rekursiven Resolver (z. B. lokales Unbound/Windows-DNS) nutzen, keinen offenen DNS wie 8.8.8.8 oder 1.1.1.1!
ClamAV Antivirus (TCP INSTREAM) Streamt eingehende E-Mails speicherschonend an einen lokalen oder im Netzwerk erreichbaren clamd-Dienst und weist Viren/Trojaner mit 554 ab. Deaktiviert · 127.0.0.1:3310 Bei aktiviertem clamd über den 1-Klick-Button im Cockpit sowohl PING als auch den harmlosen EICAR-Signatur-Selbsttest ausführen.
Kapitel 08

OutboundGuard, ESMTP-Limits, Tarpit & Fail2Ban / Auto-Ban

Zwei Gefahren bedrohen jeden Mailserver im Internet: Brute-Force-Passwortangriffe von außen und ein einzelnes kompromittiertes Benutzerpasswort von innen, über das Angreifer tausende Phishing-Mails versenden wollen (was die eigene Server-IP binnen Minuten auf weltweite Sperrlisten brächte). SharpMailserver schützt beide Richtungen ab Werk.

Praxis-Tipp & Architektur-Hinweis: Unter IP-Sperren & Auto-Ban (#pRules) siehst du live alle aktuell geblockten Angreifer-IPs und kannst eigene Büro- oder Gateway-IPs als feste Whitelist hinterlegen, damit ein Tippfehler vieler Kollegen hinter derselben Firmen-NAT-IP niemals das Büro aussperrt.
Einstellung / Ort Was macht diese Option? Standardwert Best Practice im Betrieb
Auto-Ban / Fail2Ban (8 Versuche / 10 Min.) Zählt fehlgeschlagene Logins über SMTP, IMAP, Webmail, ActiveSync und CalDAV/CardDAV pro Quell-IP und sperrt Angreifer automatisch. 8 Fehlversuche -> 30 Min. Sperre Aktiv lassen und feste Firmen-/VPN-IPs als Allow-Regel in #pRules eintragen. Einzelne Fehl-Sperren lassen sich mit 1 Klick sofort aufheben.
TarpitDelayMs (SMTP-Verzögerung) Bremst fehlerhafte SMTP-Befehle, ungültige Empfänger (Directory Harvesting) und abgelehnte Auth-Versuche gezielt um Millisekunden aus. 1500 ms (1,5 Sekunden) 1500 bis 2000 ms macht Massen-Passwortscanner wirtschaftlich unbrauchbar, ohne reguläre Benutzer im Normalbetrieb jemals zu bremsen.
MaxMessageSizeMb Maximale Gesamtgröße einer E-Mail inklusive Base64-Codierung der Anhänge (ca. +33 % Overhead gegenüber der reinen Dateigröße). 50 MB (~36 MB Netto-Anhang) 50 MB harmoniert optimal mit Gmail und Exchange Online (ebenfalls 35-50 MB Limit). Höhere Werte führen oft trotzdem zu Ablehnungen beim Empfänger.
OutboundGuard (Konto-Ratenlimit) Begrenzt die ausgehende Versandrate pro authentifiziertem Benutzerkonto pro Stunde/Tag und stoppt kompromittierte Postfächer sofort. Aktiv (pro Konto steuerbar) Normale Mitarbeiterkonten auf moderate Limits belassen; für Newsletter- oder Rechnungssysteme dedizierte API-Keys (/api/v1/send) verwenden.
Kapitel 09

Let's Encrypt ACME v2 (0 ms SNI), MTA-STS, DANE & BIMI

SharpMailserver verwaltet TLS-Zertifikate vollautomatisch über Let's Encrypt ACME v2 und lädt erneuerte Zertifikate ohne Verbindungsabbruch (0 ms SNI Hot-Reload) gleichzeitig in HTTPS, SMTPS, STARTTLS, IMAPS und ManageSieve.

Praxis-Tipp & Architektur-Hinweis: Besonderheit bei DANE (TLSA): Unser ACME-Manager behält auf Wunsch den bestehenden privaten ECDSA/RSA-Schlüssel über Zertifikatserneuerungen hinweg stabil bzw. nutzt den empfohlenen Selector 1 (SubjectPublicKeyInfo). Dadurch bleibt dein DNS-TLSA-Hash (3 1 1) auch bei der 60-Tage-Erneuerung gültig!
Einstellung / Ort Was macht diese Option? Standardwert Best Practice im Betrieb
ACME SAN-Domains (#pTls) Liste aller Hostnamen im TLS-Zertifikat (z. B. mail.firma.de, autodiscover.firma.de). Erneuert automatisch 30 Tage vor Ablauf. ServerHostName vorausgewählt Nur Hostnamen anhaken, deren A/AAAA-Record tatsächlich auf diesen Mailserver zeigt! Zeigt autodiscover.firma.de auf einen anderen Webserver, schlägt HTTP-01 fehl.
MTA-STS & TLS-RPT (RFC 8461 / 8460) Weist fremde Mailserver per HTTPS-Policy an, E-Mails an deine Domain ausschließlich TLS-verschlüsselt mit gültigem Zertifikat zuzustellen. Integrierter Policy-Endpunkt Zuerst im mode: testing mit TLS-RPT-Berichten starten; sobald keine Zertifikatswarnungen auftreten, auf mode: enforce umstellen.
DANE TLSA (_25._tcp.<ServerHostName>) Verankert den öffentlichen TLS-Schlüssel DNSSEC-gesichert im DNS, sodass Downgrade- und Man-in-the-Middle-Angriffe unmöglich werden. 3 1 1 <SPKI-SHA256-Hash> Nur veröffentlichen, wenn deine Domain beim Registrar aktiv DNSSEC-signiert ist, und stets den im Cockpit angezeigten 3-1-1-SPKI-Eintrag verwenden.
BIMI Markenlogo (default._bimi) Zeigt dein geprüftes Firmenlogo im SVG-Tiny-PS-Format direkt neben deinen E-Mails in unterstützten Postfächern an. Integrierter SVG-Sanitizer Setzt DMARC auf p=quarantine (100 %) oder p=reject voraus. Logo im Cockpit hochladen und automatisch nach SVG-Tiny-PS bereinigen lassen.
Kapitel 10

Transaktionale Sende-API, API-Keys, SCIM 2.0, OIDC & Pflicht-Signaturen

Shops, Ticketsysteme, Monitoring und ERP-Lösungen sollten niemals das persönliche Passwort eines Mitarbeiters mitbenutzen. Unter API, SSO & Transport (#pApiAuth) erstellst du dedizierte API-Schlüssel für REST- und SMTP-Versand, verwaltest zentrale Pflicht-Fußzeilen (Impressum/Disclaimer) und überblickst SSO-Anbindungen.

Praxis-Tipp & Architektur-Hinweis: Intelligenter Duplikatschutz bei Pflicht-Signaturen: SharpMailserver prüft vor dem Anhängen einer globalen HTML-/Text-Fußzeile, ob der Impressumsblock bereits im Antwortverlauf enthalten ist. So entstehen bei längeren E-Mail-Ketten keine zehnfachen Fußzeilen-Türme!
Einstellung / Ort Was macht diese Option? Standardwert Best Practice im Betrieb
API-Schlüssel (POST /api/v1/send & SMTP) Mandanten-gebundene Schlüssel (smk_live_...) mit Argon2id-Speicherung für schnellen JSON-E-Mail-Versand inklusive Anhängen und DKIM-Signatur. Pro Anwendung getrennt Pro Dienst (z. B. Shop, CRM, Backup-Alarm) einen eigenen API-Key anlegen, damit Schlüssel einzeln rotiert oder gesperrt werden können.
Globale Pflicht-Signatur / Disclaimer Fügt ausgehenden E-Mails automatisch das gesetzliche Unternehmens-Impressum (HGB / GmbHG) sowohl im HTML- als auch im Text-Teil an. Optional aktivierbar Sowohl HTML- als auch Reintext-Variante hinterlegen und den Duplikatschutz aktiviert lassen, damit Antworten sauber bleiben.
Globales System-Sieve-Skript Wird bei jeder eingehenden Zustellung zentral VOR den persönlichen Sieve-Regeln des Benutzers ausgeführt (RFC 5228). Deaktiviert (leer) Ideal für unternehmensweite Regeln wie das automatische Sortieren von [EXT]- oder Rechnungs-Mails; das Cockpit validiert die Syntax vor dem Speichern.
OIDC Single Sign-On & SCIM 2.0 Bindet Microsoft Entra ID, Keycloak, Authentik oder Okta für passwortloses Webmail-SSO sowie automatische Benutzer-Provisionierung (/scim/v2) an. Lokale Auth + Passkeys aktiv Für maximale Sicherheit WebAuthn Passkeys (FIDO2) im Webmail aktivieren; bei zentralem Identity-Provider OIDC + SCIM Bearer-Token koppeln.
Kapitel 11

Persistente Nachrichtenverfolgung (Message Trace) & GoBD-WORM-Archiv

Wenn ein Kunde anruft ('Meine Rechnung kam nicht an!'), zählt jede Sekunde. Die Nachrichtenverfolgung (#pMessageTrace) zeigt dir sofort mit Zeitstempel, Quell-IP, TLS-Status, Spam-Score und exakter Gegenstellen-Antwort, ob die Mail zugestellt, verzögert oder abgewiesen wurde. Parallel sichert das GoBD-Journal geschäftsrelevante E-Mails revisionssicher.

Praxis-Tipp & Architektur-Hinweis: Tipp für Steuerprüfung & Datenschutz: Lege für externe Prüfer oder Datenschutzbeauftragte niemals ein Voll-Admin-Konto an, sondern nutze die dedizierte Rolle ComplianceAuditor. Sie gewährt reinen Lese- und Exportzugriff auf das GoBD-Archiv und die Verfahrensdokumentation, ohne Systemeinstellungen ändern zu können.
Einstellung / Ort Was macht diese Option? Standardwert Best Practice im Betrieb
Nachrichtenverfolgung (#pMessageTrace) Durchsuchbares Protokoll aller ein- und ausgehenden SMTP-/API-Transaktionen inklusive Status-Filter und 1-Klick-CSV-Export. Aktiv (Echtzeit-SignalR) Nach Absender, Empfänger oder Message-ID filtern, um Zustellnachweise (250 OK vom Ziel-MX) sekundenschnell als CSV zu dokumentieren.
Domain GoBD-Aufbewahrung (RetentionDays) Steuert die unveränderbare WORM-Archivierungsdauer pro Domain inklusive kryptografischer SHA-256-Verkettung aller Journaleinträge. 3650 Tage (10 Jahre GoBD) Für geschäftliche Domains im deutschen Rechtsraum auf 3650 Tagen (10 Jahre gem. § 147 AO / § 257 HGB) belassen; SHA-256-Kette regelmäßig im Cockpit prüfen.
ZUGFeRD / XRechnung & Scan-OCR Extrahiert Rechnungsnummern, IBANs, Beträge und Lieferanten aus eingebettetem EN-16931-XML sowie gescannten PDF-Belegen für die Volltextsuche. Automatisch aktiv Ermöglicht es Buchhaltung und Prüfern, elektronische Rechnungen direkt nach Rechnungsnummer oder USt-IdNr. im Archiv zu finden.
S3 Object Lock & Verfahrensdokumentation Lagert komprimierte Zstandard-Blobs optional in S3-Speicher (Hetzner, AWS, MinIO, Wasabi) im COMPLIANCE-Modus aus und erzeugt die GoBD-Dokumentation. Lokaler Blob-Store (+ S3 optional) GoBD-Verfahrensdokumentation nach jeder größeren Konfigurationsänderung im Bereich GoBD-Archiv neu exportieren und zu den Revisionsunterlagen nehmen.
Kapitel 12

Storage-Engines (SQLite, MS SQL Server, PostgreSQL 18), Cluster & Updater

SharpMailserver trennt strukturierte Metadaten und Volltext-Indizes sauber von deduplizierten, Zstandard-komprimierten Roh-Nachrichten (-62 % Speicherbedarf). Du hast die freie Wahl zwischen drei erstklassig unterstützten Datenbank-Engines ohne externe Zusatzdienste wie Redis, Elasticsearch oder Kafka.

Praxis-Tipp & Architektur-Hinweis: Vor jedem In-Place-Update prüft der integrierte 1-Klick-Updater im Admin-Cockpit (#pSystem) automatisch die kryptografische SHA-256-Prüfsumme des offiziellen Release-Archivs. Deine appsettings.Production.json, Let's-Encrypt-Zertifikate und das Datenverzeichnis bleiben bei jedem Update garantiert unangetastet.
Einstellung / Ort Was macht diese Option? Standardwert Best Practice im Betrieb
SQLite WAL (Storage:Provider = Sqlite) Eingebettete Hochleistungs-Engine im Write-Ahead-Logging-Modus inklusive FTS5-Volltextsuche ohne externen Datenbankdienst. Standard für Einzelserver Perfekt für Einzelserver, Mittelstand, VM/Proxmox und Appliances bis ca. 250 aktive Postfächer auf lokalem NVMe/SSD-Speicher (keine SMB-Netzlaufwerke für WAL!).
Microsoft SQL Server (SqlServer) Native Anbindung an SQL Server 2019-2025, SQL Server Express, Linux-Container und Azure SQL inklusive sp_getapplock-Cluster und eigener Präfixsuche. READ_COMMITTED_SNAPSHOT auto Beste Wahl in Microsoft-Rechenzentren: Funktioniert sofort auch auf SQL Server Express ohne installiertes Full-Text-Search-Feature.
PostgreSQL 18 (Postgres) Skalierbare Multi-Node-Engine mit Echtzeit-Push über LISTEN/NOTIFY (< 2 ms), UNLOGGED-Koordinationstabellen und pg_try_advisory_lock. Empfohlen für Linux-Cluster Referenz-Architektur für große Installationen (500 bis 100.000+ Postfächer) und horizontale Active-Active-Cluster über mehrere Rechenzentrums-Nodes.
1-Klick-System-Updater (#pSystem) Vergleicht die laufende Version mit /api/releases/latest und aktualisiert Windows-Dienst, Linux-systemd oder macOS-Installation auf Knopfdruck. SHA-256-geprüft Updates bequem außerhalb von Haupt-Versandspitzen per 1 Klick im Cockpit (oder per install.sh --update / MSI-Assistent) einspielen.
Häufige Fragen aus der Admin-Praxis

Kurzantworten für Systemadministratoren

Welche Ports müssen in der Firewall zwingend für SharpMailserver geöffnet sein?

Für den vollständigen E-Mail-, Webmail-, Mobile-Push- und Groupware-Betrieb sind genau 5 eingehende TCP-Ports erforderlich: 25 (ESMTP MX Empfang), 443 (HTTPS für Webmail, Admin, JMAP, CalDAV/CardDAV & Mobile Push), 465 (SMTPS Einlieferung), 587 (Submission STARTTLS) und 993 (IMAPS). Optional kommen Port 80 (Let's Encrypt HTTP-01), 143 (IMAP STARTTLS) und 4190 (ManageSieve) hinzu. Zusätzlich muss ausgehender TCP-Port 25 ins Internet frei sein.

Warum meldet ein externer Port-Checker hinter einer pfSense oder einem SSL-Gateway manchmal Timeout?

Wenn Webserver und Mailserver im selben Netz hinter einer gemeinsamen Firewall (z. B. pfSense, OPNsense oder Sophos) liegen und ein Dienst die öffentliche WAN-IP prüft, verwirft die Firewall Pakete ohne aktives NAT-Reflection (Hairpin-NAT). Ab v1.2.4 erkennt SharpMailserver dieses Gateway-Szenario automatisch per Split-Path-Probe und zeigt den echten Portstatus an. Best Practice im eigenen LAN sind Split-DNS (Host-Overrides) oder Pure-NAT-Reflection.

Wie versende ich ein iPhone- oder Smartphone-Einrichtungsprofil sicher per WhatsApp oder Teams?

Über Konten & Verteiler -> Smartphone einrichten im Admin-Cockpit (oder in den Webmail-Einstellungen) erzeugt SharpMailserver einen geschützten 24-Stunden-Einladungslink (/onboarding/setup/{token}) samt isoliertem Geräte-App-Passwort. Vorschau-Crawler von WhatsApp, Signal, Telegram oder Teams verbrauchen den Token nicht; öffnet der Empfänger den Link im In-App-Browser, führt ein Hinweisbanner direkt in Safari zum 1-Klick-Profil-Download.

Welche SpamGuard-Schwellenwerte sind für den Produktivbetrieb empfohlen?

Der Standardwert von 4,5 Punkten für die Junk-Zustellung (JunkThreshold) und 9,0 Punkten für die direkte SMTP-Ablehnung (RejectThreshold) kombiniert mit Smart Greylisting (240 s auf /24- bzw. /64-Netzpräfix) hat sich im Unternehmensalltag bewährt: Seriöse Erstsender bestehen den kurzen Retry automatisch, während Botnetze abgewiesen werden, ohne wichtige Geschäftspost unbemerkt zu löschen.

Welche Datenbank-Engine sollte ich wählen: SQLite WAL, Microsoft SQL Server oder PostgreSQL 18?

Bis etwa 250 aktive Postfächer auf einem einzelnen Server ist SQLite WAL ohne jeglichen Pflegeaufwand extrem schnell. In Windows-Umgebungen mit vorhandenem Microsoft SQL Server (2019-2025, Express oder Azure SQL) integriert sich SharpMailserver nativ inklusive Cluster-Locks. Für Linux-basierte Active-Active-Cluster und sehr große Installationen ist PostgreSQL 18 mit LISTEN/NOTIFY ideal.